Das flexible Interview

Schlagzeilen

Buchtipp: N. Lyons (Hrsg.) (2010). Handbook of Reflection and Reflective Inquiry: Mapping a Way of Knowing for Professional Reflective Inquiry. New York: Springer.

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Weiterbildungskurse HfH

Geometrie des FI: Erfahrungen vertiefen

Flexible Interviews können mit beliebigen Gegenständen und mit Personen jeglichen Alters durchgeführt werden.

Erinnern Sie das Dreieck: Interviewende—Forschungsgegenstand—Interviewte als Grundstruktur in einer bestimmten Situation (vgl. Joos-Marti und Looser-Inauen, 2017).

Am Anfang ist es normal, wenn Suggestivfragen formuliert werden, obwohl das nicht intendiert war. Es kommt vor, dass man bei sich selbst hängen bleibt, oder dass man sich beim Sondieren der Gedanken der Interviewten verliedert. Zudem ist es möglich, dass der Inhalt des Interviews einen regelrecht in Bann zieht, oder dass man in Forschungsmethoden verstrickt bleibt und die Flexibilität und Adaptivität verliert. Es kann auch vorkommen, dass das Verhältnis zwischen der Situation und dem flexiblen Interview unstimmig wird oder aus den Fugen gerät. Piaget und seine Mitarbeiterinnen betonten oft, dass der Weg zur Meisterschaft Geduld und Übung erfordert (vgl. Piaget, 1999). In der Entwicklungsstudie von Joos-Marti und Looser-Inauen (2017) sowie in den Fallstudien von Schreiner (2016), Capiaghi (2018) und Plüss (2019) wurden die Scripts für die flexiblen Interviews im Sinn didaktischer Analysen vorbereitet und immer weiter differenziert.

Von 2013 bis 2021 wurde an der HfH ein Ensemble aus acht thematisch verschiedenen flexiblen Interviews entwickelt und ausdifferenziert. Es entstanden "Didaktische Skizzen für das flexible Interview (FI) im Zahlenraum ≈ 10 bis 1 000 000" (vgl. Meyer, 2013 bis 2021). Rund 2100 Studentinnen und Studenten aller Schulstufen der Volksschule konnten mit den niveaudifferenzierten Scripts (je ca. 40S.) sowie einem Wiki mit Videobeispielen erste Erfahrungen mit dem flexiblen Interview sammeln, evaluieren und in den Seminargruppen diskutieren.

Die Fachliteratur für den Aufbau von Kompetenzen ist vielfältig. Die Forschungstradition ist komplex und reichhaltig.

Die Masterarbeit Bedeutsame integrative Förderdiagnostik und adaptive Fördertätigkeit (Sprache, Mathematik, siehe Bild) von Regula Joos-Marti und Regula Looser-Inauen (2017) zeigt, wie das Flexible Interview im Unterricht mit ganzen Klassen zur Anwendung kommen kann. Entscheiden Sie sich für exemplarische Lernprozesse. So lernen Sie verschiedene Themen, die Differenzierung der Methode und zu guter Letzt den Nutzen des Flexiblen Interviews für den Unterricht kennen.

Ginsburg (1997, S. 195-208) erörtert auf der Basis verschiedener Erfahrungsberichte fünf allgemeine Qualitätskriterien, mit denen flexible Interviews evaluiert werden können: 1. Ist das flexible Interview auf adäquate Art und Weise durchgeführt worden? 2. Hat das Kind ernsthaft auf das Interview reagiert? Ist die Interpretation des Interviews plausibel sowie logisch abgeleitet aus der inneren Evidenz? 4. Kann die Untersuchung wiederholt werden? 5. Hat das Interview Nutzen für das Kind und den Interviewer erzeugt? - Je nach Fragestellung, Personenkreis und Situationen müssten die Qualitätsfragen differenziert und angepasst werden.

Vertiefung ereignet sich auch im Schreiben über Erfahrungen mit der Methode der kritischen Exploration. Die Schreibstile des Positivismus stellen psychopädagogische und soziale Gegenstände reduktionistisch und zu wenig authentisch dar (z.B. Hertling, 2020). Piaget verfasste Kurzportraits, um die Facetten der kindlichen Entwicklung darzustellen. Lawrence-Lightfoot & Hoffmann Davis (2002, S. 13-14) haben das Portrait als Methode weiterentwickelt: "Portraiture is a method framed by the traditions and values of the phenomenological paradigm, sharing many of the techniques, standards, and goals of ethnography. But it pushes against the constraints of those traditions and pracitces in its explicit effort to combine empirical and aesthetic description, in its focus on the convergence of narrative and analysis, in its goal of speaking to broader audiences beyond the academy (thus linking inquiry to public discourse and social transformation), in its standard of authenticity rather than reliability and validity (the traditional standards of quantitative and qualitative inquiry), and in its explicit recognition of the use of the self as the primary research instrument for documenting and interpreting the perspectives and experiences of the people and the cultures being studied." Ähnlich wie in den Fallportraits von Oliver Sacks et al. (1991) oder Nicola Cuomo (1989) erscheinen Psychologinnen und Pädagoginnen als forschende Akteurinnen, welche einen Fall in konkreten Situationen schildern und gleichzeitig analysieren.

Sara Lawrence-Lightfoot beschreibt die Methode des Fallportraits (youtube)

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